Stefan Hiene: Mit Raw Power in die Grenzbereiche der Ernährung

Stefan Hienes Geschichte begann im Jahrhundertsommer 2003. Damals hat ihm ein Freund erzählt, dass er keine Pläne mehr habe, weil er in wenigen Monaten an Leberkrebs sterben werde. Um seinem Freund zu helfen und ihn vor dem sicheren Tod zu retten, machte sich Stefan auf die Suche nach den Ursachen von Krankheit und den Gründen für Gesundheit. Auf diesem Weg hat er viele Erfahrungsberichte über den positiven Effekt von gesunder, natürlicher und roher Nahrung bei schweren Krankheiten gelesen und mit Menschen gesprochen, die sich durch die Umstellung ihrer Ernährung selbst geheilt haben. Von diesen Berichten beeindruckt, stellte er sich die Frage, welchen Effekt eine natürliche und ursprüngliche Ernährung bei Leistungssportlern haben könnte und begann als Mountainbiker im Jahr 2007 mit einem Selbstversuch, den er Raw Power nannte. Sein Freund lebt heute noch – der Leberkrebs war eine Fehldiagnose.

Stefan, fangen wir mal vorne an: Was war damals dein Plan, wie lange wolltest du das Projekt „Raw Power“ durchziehen und hättest du damals gedacht, dass es so sehr zu deinem Leben wird und dich so sehr beeinflusst?
Nein, das hätte ich weder jemals gedacht noch war es mein Plan. Am Anfang hatte ich zwar die Idee, dass es ein längerfristiges Projekt werden könnte, aber gleichzeitig war ich mir sicher, dass ich es nicht durchhalten werde, weil es körperlich nicht möglich ist. Ich war mir sicher, dass ich scheitern würde. Während meiner ersten radikalen Ernährungsumstellung habe ich dann so viele emotionale Tiefpunkte erlebt, dass ich es mir auch aus psychischen Gründen nicht vorstellen konnte, dieses Projekt für längere Zeit durchzuziehen. Mit beiden Einschätzungen lag ich vollkommen daneben und alles lief ganz anders als ich es erwartet hatte.

Warum hast du dann auch die „moderne Welt“, sprich Handy, Auto etc., aus deinem Leben verbannt?
Das ist ein großes Missverständnis, dem ich immer wieder einmal begegne! Ich habe die „moderne Welt“ nicht aus meinem Leben verbannt und es ist auch nicht mein Ziel, aus der Gesellschaft auszusteigen. Ich lebe mein Leben nur anders als früher und als viele anderen. Im Laufe der Zeit habe ich mir in vielen Bereichen meines Lebens die gleiche Frage gestellt, die für mich auch im Ernährungsbereich eine wesentliche Rolle spielt: Was ist mir wirklich wichtig und was stresst mich? Alles, was mir wirklich wichtig war, habe ich behalten und vieles von dem, was mich gestresst hat, habe ich aufgegeben.
Ein Mobiltelefon ist für mich nach wie vor eine der überflüssigsten und stressigsten Erfindungen der letzten 20 Jahre. Den Nutzen, den es in einigen wenigen Fällen haben kann, muss ich mir mit einer großen Menge Stress erkaufen. Dieser Preis ist mir einfach zu hoch. Ich muss nicht ständig erreichbar sein. Schon gar nicht dafür, dass mich jemand anrufen kann, um mich zu fragen, wo ich gerade bin, was ich gerade mache, wie das Wetter bei mir ist oder ob ich noch Tomaten mitbringen kann. Und auch ein Auto kann eine ganze Menge Stress sein. Erstens muss man viel dafür arbeiten, um es zu finanzieren und sobald man es hat, benutzt man es viel häufiger als man es ursprünglich wollte. Ohne Auto muss ich mehr Radfahren. Das ist für mich ein positiver Trainingseffekt! Außerdem lebe ich dort, wo andere Urlaub machen. So gibt es für mich keinen Grund, große Reisen zu unternehmen. Ich bin an meinem Wohnort sehr glücklich. Jeder Tag ist für mich ein neues Abenteuer in meinem Bike-Paradies. Fliegen kann ich deshalb momentan gänzlich vermeiden. Das heißt aber nicht, dass ich nie wieder fliege. Ich versuche, es einfach nur ganz bewusst und möglichst stressfrei zu nutzen. Auto fahre ich derzeit nur in einem Mietwagen oder mit Mitfahrgelegenheiten, um am Wochenende zu den Rennen zu kommen.

Selbst Sportmediziner sind ja beeindruckt von deiner Leistungsfähigkeit. Auf deiner Webseite haben wir die Aussage „Es ist, als würde ein Auto mit zunehmender Geschwindigkeit immer weniger Benzin verbrauchen“ gefunden. Wie erklärst du dir dieses Phänomen?
Dieses Phänomen kann weder ich mir erklären noch die Wissenschaftler und Professoren, die ich angeschrieben und um eine fachkundige Stellungnahme gebeten habe. Die meisten der angeschriebenen Wissenschaftler waren bisher aber auch nicht besonders interessiert.

Wie erklärst du dir, dass es an deinem Experiment kein größeres wissenschaftliches Interesse gibt?
Ich habe mit meinem Projekt Neuland betreten und die Erfahrungen von Pionieren sind mit den bekannten und uns vertrauten Systemen nicht zu erklären. Mich persönlich interessiert die Erklärung eines Effekts aber auch weit weniger als der Effekt selbst. Es ist doch viel interessanter, dass es einen Effekt gibt, den ich erleben kann und der mir gefällt. Alles andere ist für mich dann nur der Hokuspokus, der danach hineininterpretiert wird.

Und wie haben sich dein Körper und dein Geist in den letzten Jahren verändert – also wie hast du dich vorher gefühlt und wie fühlst du dich heute?
Das gesamte Experiment hat zu vielen bemerkenswerten Veränderungen in meinem Leben geführt. Die körperlichen Veränderungen sind nur ein kleiner, aber relevanter Teil davon. Ich konnte zwar aufgrund der Ernährungsumstellung keine unmittelbare Leistungssteigerung feststellen, aber die physischen Effekte waren trotzdem sehr interessant. Mit der Zeit bekam ich eine reinere und weichere Haut, Allergien samt Heuschnupfen sind innerhalb kürzester Zeit verschwunden und ich bekam festere Fingernägel. Außerdem konnte ich eine Verbesserung meiner Reaktionsfähigkeit in alltäglichen Situationen feststellen. Wenn mir etwas heruntergefallen ist, konnte ich es plötzlich während dem Fall auffangen. Früher hatte ich nach einem Rennen oft Kopfschmerzen und war so müde, dass ich nicht mehr fahrtüchtig war. Das ist heutzutage kein Problem mehr. Die Kopfschmerzen sind wie verflogen und ich kann mich nach dem Rennen ohne Probleme und ohne schlechtes Gewissen ans Steuer eines Autos setzen.
Die psychischen Aspekte sind so vielfältig, dass ich ganze Bücher darüber schreiben könnte. Die interessanteste Veränderung im Sport ist, dass die Verbissenheit weggefallen ist, ohne dass ich meinen Ehrgeiz verloren habe. Ich möchte nach wie vor so weit vorne wie möglich fahren, aber ich sehe die Teilnehmer eines Rennens nicht mehr als meine Gegner. Dadurch konzentriere ich mich im Rennen auf den einzigen wesentlichen Faktor – mich selbst. So ist auch meine Freude am Radsport auf ein für mich bisher unbekanntes Niveau gestiegen und mein Training hat einen Grad der Effizienz erreicht, den ich so noch nicht kannte. Die Kombination aus den körperlichen und geistigen Aspekten hat dazu geführt, dass ich das erste Mal in meinem Leben wirklich weiß, was mir und meinem Körper gut tut. Und ich kann mich auch im Training und im Rennen viel besser einschätzen, habe eine bessere Übersicht und einen wesentlich besseren Renninstinkt als früher.

Wie sieht denn momentan dein Ernährungsplan aus, was isst du über den Tag verteilt und wie sieht dein Tagesrhythmus aus – wann stehst du auf, wann gehst du schlafen, was machst du dazwischen?
Ich spreche ungern von einem Ernährungsplan, weil sich das dann so anhört als würde ich eine Diät machen. Meine Ernährungsform ist weder ein Plan noch eine Diät, sondern eine grundlegende Lebenseinstellung. Statt mich einer bestimmten Ernährungsrichtung unterzuordnen, bezeichne ich mich deshalb lieber als Nährstofflogistiker. Das trifft nicht nur den Kern meines Experiments, sondern auch das, was wir alle auf die eine oder andere Art und Weise sind und in den meisten Fällen mehrmals täglich machen. Wir sind alle Nährstofflogistiker – ganz unabhängig davon, ob wir uns dieser Aufgabe bewusst sind oder nicht. Zur optimalen Nährstofflogistik gibt es viele verschiedene Wege. Man kann dazu seine Intuition, den gesunden Menschenverstand, alte Weisheiten oder aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen. Ich selbst beschäftige mich mit meiner eigenen Nährstofflogistik aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und konzentriere mich immer auf diejenige Erklärung, die mir gerade am besten gefällt. In den meisten Fällen wende ich eine einfache aber sehr effiziente Strategie für meine Nährstofflogistik an, indem ich die Qualität vor die Quantität stelle. In der Praxis sieht das dann so aus, dass ich einige Rituale habe, die mir den Start in den Tag erleichtern: Morgens trinke ich in der Regel ein Glas Wasser mit Algen und Mikromineralien. In den nächsten Stunden trinke ich dann bis zu einem Liter grünen Saft. Mein Training starte ich dann meistens nüchtern, bzw. ohne vorher feste Nahrung zu mir genommen zu haben. Feste Mahlzeiten nehme ich in der Regel nur zweimal am Tag zu mir – einmal zwischen 10.00 und 14.00 Uhr und einmal zwischen 16.00 und 19.00 Uhr. Und ich versuche, um 21.00 Uhr ins Bett zu gehen, um möglichst früh aufzustehen. Allerdings fehlt mir dazu manchmal die notwendige Disziplin.
Ich esse jeden Tag anders, versuche aber, meine Nahrung so natürlich und so ursprünglich wie möglich zu mir zu nehmen. Gleichzeitig nehme ich vor allem im Bereich der Mineralstoffe und Spurenelemente natürliche Nahrungsergänzungsmittel zu mir. Kulinarisch ist das alles nicht auf dem höchsten Niveau. Aber das ist auch nicht mein Interesse. Mein Interesse liegt in den Transformationsprozessen, die ich mit einer ungewöhnlichen Ernährung und einem ungewöhnlichen Leben auslösen kann.

Verbrennst du denn nicht täglich mehr Kalorien als du zu dir nimmst? Wie kannst du dein Gewicht halten und wie viel hast du seit Beginn von Raw Power abgenommen?
Mein Partner Nutrient Logistics arbeitet mit mir unter dem Motto „Wir unterstützen Stefan bei seiner Mission, mit Profis um die Wette zu fahren, die doppelt so viele Kalorien zu sich nehmen wie er“. Das gefällt mir, weil Kalorien für mich schon lange keine relevante Maßeinheit mehr sind. In den Nahrungsmitteln sind viel mehr Energie liefernde Nährstoffe als wir momentan wissenschaftlich beweisen und technisch messen können. Deshalb kommt es mir nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität meiner Lebensmittel an.
Ich bin 191 cm groß und mein Wettkampfgewicht liegt schon immer zwischen 72 und 74 Kilogramm. Mein Gewicht hat sich zu Beginn von Raw Power nur unwesentlich im Bereich von 2-4 Kilogramm nach unten verändert, um sich dann wieder zwischen 72 und 74 Kilogramm einzupendeln. Die einzige Zeit, in der ich bis zu 20 Kilogramm mehr gewogen habe, war, als ich über einen Zeitraum von drei Jahren überhaupt keinen Sport mehr gemacht habe. Das war eine Phase, in der ich mehr Kalorien zu mir genommen habe, als ich verbrennen konnte. Jetzt mache ich das Gegenteil. Die sogenannte „unterkalorienige Ernährung“ ist übrigens ein alter Trick vieler langlebiger Menschen und auch im Sportbereich in einer etwas anderen Variante schon lange als „Superkompensation“ bekannt. Bisher hat die Superkompensation nur noch niemand so konsequent und radikal durchgeführt.

Und jetzt mal ganz ehrlich: Hast du nicht ab und zu mal richtig Heißhunger auf etwas anderes als Rohkost?
Na klar, das kommt selbstverständlich vor und ab und zu mache ich auch Ausnahmen. Es ist dann auch witzig zu beobachten, dass mein Umfeld regelrecht durchdreht und mir erklärt, dass ich das jetzt doch nicht essen darf, weil ich Rohköstler bin. Aber mir bedeutet dieses Label schon lange nicht mehr so viel wie vielen anderen. Wir leben in einer Kultur, in der man immer davon ausgeht, dass derjenige, der extreme Experimente macht, auch ein Extremist sein muss, der keine einzige Ausnahme duldet und der versucht, alle anderen zu bekehren. Ich bin aber kein Fanatiker und kümmere mich lieber um mich als darum, was andere von mir denken.
Ich sehe das mit der Ernährung wie mit meinem Training. Fast alle guten Sportler haben eines gemeinsam: Sie haben sich schon als Amateur wie ein Profi gefühlt und verhalten. Sie haben immer versucht, aus den vorhandenen Mitteln und mit den gegebenen Möglichkeiten zu arbeiten und das Bestmögliche daraus zu machen. Das ist nicht das Gleiche, was auch ein Profi mit mehr Mitteln und mehr Möglichkeiten getan hat, aber es war nahe dran und es hat sie ihrem Ziel näher gebracht. Und genauso mache ich das im Ernährungsbereich auch. Ich integriere das Gute und für mich momentan Mögliche und für den Rest interessiere ich mich nicht übermäßig.
Außerdem definiere ich mich nicht dadurch, was ich anders mache als andere oder dadurch, dass ich in einem bestimmten Bereich weiter oder besser bin, sondern dadurch, was mich mit allen anderen verbindet. Und das, was mich mit allen Menschen auf dieser Welt verbindet, ist meine Aufgabe, meinen Körper als Nährstofflogistiker so gut wie möglich zu behandeln, damit er mir möglichst lange zur Verfügung steht, um diese erstaunliche Erfahrung zu machen, die wir Leben nennen. Dabei – und das wissen besonders Sportler sehr gut – gibt es keinen garantierten oder sicheren Weg zum Erfolg. Deshalb müssen wir von Haus aus experimentierfreudig sein. Jeder muss die für sich richtige Trainings- und Ernährungsvariante finden. Es gibt niemanden, der dir das zeigen kann. Ein Sportler muss sich so lange von unterschiedlichen Methoden und Sichtweisen inspirieren lassen und so lange experimentieren, bis er für sich einen Weg gefunden hat, sein Ziel zu erreichen. Bei manchen geht das sehr schnell, bei anderen dauert das länger. Ich habe 20 Jahre dafür gebraucht und ich habe kein Problem damit, wenn es mit der Ernährung noch einmal genauso lange dauert.

Wie finanzierst du dich, dein Leben und dein Projekt, denn du musst doch sicher auch Flüge, Wohnung etc. bezahlen?
Wie jeder andere Radprofi auch, habe ich Partner und Sponsoren, die zu mir passen, die mein Projekt genauso toll finden wie ich und die mich dabei unterstützen. Und es gibt auch immer mehr Firmen, die von meinem Wissen profitieren wollen. Momentan arbeite ich zum Beispiel mit einem großartigen Bio-Produzenten an gesunden und natürlichen Riegeln für Leistungssportler. Dabei stehe ich nicht nur als Werbepartner oder Maskottchen zur Verfügung, sondern kann meine jahrelange Erfahrung mit meinen eigenen Ernährungsexperimenten einbringen. Deshalb suche ich mir meine Partner und Sponsoren auch sehr gezielt aus. Ich will nicht einfach nur für irgendetwas oder irgendjemand werben. Neben dem persönlichen Bezug und dem gegenseitigen Verständnis muss auch der Inhalt der Produkte zu mir passen und ich muss mich bei der Zusammenarbeit wirklich wohl fühlen. Statt der tausendste Sportler zu sein, der eine Dose Red Bull in die Kamera hält, bin ich lieber der erste, der für natürliche und biologische Nahrungsmittel wirbt und diesen Lebensmitteln wieder zu ihrem verdienten Stellenwert verhilft, den sie bis vor wenigen Jahrzehnten noch hatten. Mir gefällt die Rolle des Pioniers einfach besser, als das zu tun, was viele andere schon machen. Außerdem bin ich als Coach tätig und helfe Menschen, vor allem im Sport- und Ernährungsbereich Veränderungen umzusetzen. Für die meisten meiner Klienten ist das eine Erfahrung, die auch ihre Sichtweise und ihre Haltung dem Leben gegenüber verändert.

Wie weit bist du mit deinem Selbstanbau von Lebensmitteln?
In diesem Bereich bin ich noch nicht so weit, wie ich gerne wäre, weil der Sport für mich stark im Vordergrund steht und ich entsprechende Prioritäten setze: Erst kommt das Training, dann alles, was mir hilft, schnell zu regenerieren und dann erst alle anderen Projekte. Da ich in einer der größten italienischen Bio-Regionen lebe und die Pioniere persönlich kenne, die hier vor 25 Jahren die biologische Revolution begonnen haben, ist der Eigenanbau und auch die Produktion von natürlichen und gesunden Lebensmitteln ein wichtiges Thema für mich, das ich in den nächsten Jahren noch stärker verfolgen möchte als bisher.

Wie würde und könnte die Welt deiner Meinung nach aussehen, wenn sich alle nach den Raw Power Richtlinien ernähren würden? Würde sich etwas ändern, wenn ja, was?
Um Gottes Willen! Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass sich die ganze Welt nach einer oder gar nach meiner Richtlinie ernähren sollte. Mein Geschenk, das ich der Welt bringe, sind nicht neue Richtlinien oder Ernährungsvorschriften, sondern die Möglichkeit, das Leben auf eine neue Art und Weise zu betrachten, eine neue Sichtweise und eine neue Haltung dem Leben gegenüber zu entwickeln. Meine Botschaft geht weit über die Ernährung hinaus. Eine Erkenntnis, die ich vor allem wegen der sich ständig streitenden Ernährungsexperten hatte: Das Problem ist nie das Problem, sondern immer deine Haltung dem Problem gegenüber. Wir sollten uns daran erinnern, dass wir hier auf einem Erholungsplaneten sind, auf dem wir unser Leben genießen sollten, statt uns das Leben schwer zu machen, indem wir versuchen, uns gegenseitig zu manipulieren und zu verändern.

Noch eine abschließende Frage: Könntest du dir vorstellen, irgendwann mal wieder so „normal“ zu essen, wie es die meisten Menschen unserer Gesellschaft tun?
Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen, weil die Ernährung auch immer von den emotionalen Befindlichkeiten und den äußeren Umständen abhängt. Außerdem sind meine Entscheidungen nie für die Ewigkeit, sondern immer nur für den Moment. Meine Ernährung kann sich genauso wieder verändern wie sich mein Training oder mein Beruf verändert. Was sich aber nicht mehr so leicht verändert, ist die Art und Weise, wie ich die Welt und unser Leben sehe. Was ich ebenfalls nicht mehr so schnell vergessen kann, ist der Einfluss, den eine veränderte Ernährung auf Körper, Seele und Geist haben kann. Diese Erkenntnis und dieses Wissen sind tief in mir verwurzelt. Es wäre sehr schwer, das wieder zu streichen. Ich kann es nicht mehr ignorieren.

Vielen Dank von uns an Stefan für dieses interessante Interview.

Quelle: X4Biker im Gespräch mit Stefan Hiene.

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